Kolposkopie
Das Kolposkop ist eine Art Mikroskop
Mit dem Kolposkop kann der Frauenarzt den Gebärmutterhals dreidimensional und in verschiedenen Vergrößerungen betrachten. Um Auffälligkeiten abzuklären, tupft der Arzt verdünnte Essigsäure oder Jodlösung auf das zu untersuchende Areal: Nach dem Auftragen von Essigsäure reflektiert verändertes Gewebe mehr Licht und erscheint daher weiß. Die Fachleute sprechen vom „essigweißen Epithel“. Je intensiver und anhaltender dieser Effekt ist, desto wahrscheinlich ist es, dass es eine Veränderung vorliegt, die einer weitergehenden Untersuchung bedarf.
Kolposkopie-gesteuerte Biopsie
Bei einer Kolposkopie-gesteuerten Biopsie entnimmt der Arzt mit einer kleinen Zange eine oder mehrere Gewebeproben (Knipsbiopsie) von den verdächtigen Bezirken am Gebärmutterhals. Die Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft.
Die Probe wird anschließend im Labor von Spezialisten begutachtet und nach Schweregrad der gefundenen Gewebeveränderungen eingeteilt in CIN 1 bis CIN 3. CIN steht für „zervikale intraepitheliale Neoplasie“, was soviel wie Neubildung innerhalb der Schleimhaut bedeutet.
- Die „Kolposkopie-gesteuerte Biopsie“ – nicht die Konisation – ist heute das Standardverfahren, um auffällige zelluläre Befunde abzuklären und die erforderliche Therapie zu planen.
- Konisationen oder andere chirurgische Eingriffe an der Gebärmutter sollen nicht erfolgen, ohne dass das verdächtige Gewebe zuvor mit dem Lupenmikroskop (Kolposkopie) und einer gegebenenfalls nachfolgenden feingeweblichen Abklärung nach erfolgter Biopsie begutachtet worden ist.
