Allgemeines zur Impfung: Wie kann ich mich vor dem HP-Virus schützen?

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Zielgruppe



Wer sollte wann geimpft werden?

Weil HPV-Infektionen so häufig sind und die meisten Menschen schon bei den ersten sexuellen Kontakten mit diesen Viren infiziert werden (Winter 2003), liegt der beste Zeitpunkt für die Impfung vor dem Beginn der sexuellen Aktivität.

Deshalb richtet sich die vorbeugende Impfung vorrangig an Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Sie sind noch nicht mit den hauptsächlich sexuell übertragenen Hochrisiko-HPV-Typen infiziert.

Die ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) hat Ende März 2007 die Empfehlung für eine generelle Impfung aller Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren (bis zum 18. Geburtstag) gegen humane Papillomviren (Typen 16, 18) ausgesprochen (Robert-Koch-Institut 2007).  

Impfempfehlung

Die Impfempfehlung für diese Zielgruppe beruht zum einen auf den Ergebnissen der Studien zu den Impfstoffen (Harper et al 2006, Koutsky et al 2005, Mao et al 2006, Saslow et al 2007, Sattler et al 2005, Villa et al 2005, Villa et al 2006) sowie auf Daten zum Sexualverhalten von Mädchen und jungen Frauen in Deutschland (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2006). Da die meisten Mädchen über 18 bereits sexuelle Kontakte haben und bereits infiziert sein könnten, wurde die obere Altersgrenze für die generelle Impfempfehlung hier gesetzt.

Frauen, die innerhalb des von der STIKO empfohlenen Zeitraums (Alter 12 bis 17 Jahre) keine Impfung gegen HPV erhalten haben, können nach individueller Beratung auf der Basis der Impfstoffzulassung dennoch geimpft werden. Gardasil® ist von der Europäischen Arzneimittelbehörde (European Medicines Agency EMEA) ab dem Alter von 9, Cervarix® ab 10 Jahren zugelassen, beide ohne obere Altersgrenze. Die Begrenzung der Impfempfehlung der STIKO auf Mädchen bis zum 18. Geburtstag ergibt sich aus der ab diesem Alter bestehenden hohen Wahrscheinlichkeit einer bereits erfolgten Infektion.

HPV-Test vor der Impfung?

Ein HPV-Test vor der Impfung ist nicht sinnvoll und wird nicht empfohlen. Der HPV-Test (Hybrid Capture 2, HC2) weist zwar nach, ob eine Infektion mit einem (oder mehreren) Hochrisiko-HPV-Typen vorliegt, macht aber keine Aussage dazu, ob dies HPV 16 und/oder HPV 18 (oder ein anderer Hochrisiko-HPV-Typ) ist: Der Test kann einzelne Virustypen nicht unterscheiden. Ein positives Testergebnis ohne Typenspezifizierung kann im Hinblick auf die Zweckmäßigkeit der Impfung nicht interpretiert werden. Da einen Doppelinfektion mit HPV 16 und 18 aber sehr selten ist, schützt die Impfung immer noch gegen Infektion mit dem jeweils anderen HPV-Typ. Zudem sind HPV-Infektionen bei jungen Frauen sehr häufig und überwiegend nur kurz andauernd, so dass sich der „Infektionsstatus“ von heute auf morgen ändern kann (Saslow et al. 2007).

Reinfektionsschutz durch Impfung

Frauen, die eine Infektion mit einem oder beiden der "Impftypen" HPV 16 und 18 überwunden haben, können aber möglicherweise auch von der Impfung profitieren: zum Schutz vor einer Neuinfektion (Lowy u. Schiller 2006). Eine solche Neuinfektion ist möglich, weil die durchgemachte natürliche Infektion in der Regel keinen sicheren, langanhaltenden und belastbaren Schutz bewirkt. Nur die Impfung gewährleistet die Bildung ausreichend hoher Antikörperspiegel.

Nachgewiesenermaßen nicht wirksam ist die Impfung mit dem Ziel, bereits vorhandene HPV-bedingte Zellveränderungen zu behandeln. Der Verlauf einer bestehenden Infektion mit den "Impfviren" wird durch die Impfung nicht beeinflusst (EMEA: Produktinformation Gardasil®, EMEA: Produktinformation Cervarix®, Hildesheim et al. 2007).

Die ständige Impfkommission (STIKO)

  • Die STIKO bewertet Nutzen und Risiken von Impfstoffen und erteilt je nach Sachlage bundesweit Empfehlungen für deren Einsatz.
  • Die STIKO empfiehlt die Impfung für alle Mädchen zwischen 12 bis 17 Jahren. Über dieses Alter hinaus liegt eine Impfung in der Entscheidung der Frau und des Arztes