Todesfälle nach HPV-Impfung
Keine Hinweise auf ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung
Februar 2008
Zwei Todesfälle nach HPV-Impfung sorgen derzeit für Diskussionsstoff: Eine 19-jährige Österreicherin war etwa drei Wochen, eine 17-jährige Deutsche einen Tag nach der Impfung verstorben. In beiden Fällen konnte die Todesursache bislang nicht festgestellt werden. Die Obduktionen erbrachten aber auch keinerlei Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung.
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), die zuständige Bundesbehörde für Sera und Impfstoffe, wertet den Tod der jungen Deutschen als "plötzlichen ungeklärten Todesfall", ähnlich wie der plötzliche Kindstod. Es ist bekannt, dass auch bei jungen Menschen Todesfälle mit ungeklärter Ursache vorkommen. Angesichts der großen Anzahl bereits verabreichter Impfstoffdosen sei damit zu rechnen, so das PEI, dass Erkrankungen – oder auch einmal ein Todesfall - bei einzelnen Impflingen rein zufällig im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung auftreten. Damit handelt es sich also mit allergrößter Wahrscheinlichkeit lediglich um einen zufälligen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod der beiden Frauen.
Die Ereignisse ändern nichts an der bisherigen Einschätzung zur Sicherheit der HPV-Impfung. Auch die europäische Arzneimittelkommission (EMEA) sieht derzeit keinen Anlass, die Nutzen-Risiko-Bewertung zu revidieren. Es gelten daher weiterhin die in der Fachinformation aufgeführten Angaben zur Sicherheit der Impfung. Die Impfempfehlung bleibt bestehen, zumal sich das Potenzial der Impfstoffe zur Verhinderung einer großen Zahl der Fälle von Gebärmutterhalskrebs und deren Vorstufen auch während zunehmend längerer Beobachtungszeit der Frauen in den Impfstudien immer weiter bestätigt.
Die HPV-Impfstoffe bestehen nur aus einer Virushülle, so dass eine impfbedingte Infektion mit HPV ausgeschlossen werden kann. Andere Nebenwirkungen als Folge der Impfung, wie Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle, wurden in den klinischen Studien in gleicher Häufigkeit auch bei Frauen der Kontrollgruppe festgestellt.
Stellungnahmen des Paul-Ehrlich-Instituts:
http://www.pei.de/cln_046/nn_992504/DE/infos/fachkreise/impf-fach/hpv/studien.html
http://www.pei.de/DE/infos/fachkreise/am-infos-ablage/sik/2008-01-18-gardasil.html
Pressemitteilung der EMEA:
http://www.ema.europa.eu/humandocs/PDFs/EPAR/gardasil/Gardasil_press_release.pdf
Fragen zur HPV-Impfung
beantwortet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums:
Telefon: 0800-4203040, täglich von 8 bis 20 Uhr
