Allgemeines zur Impfung: Wie kann ich mich vor dem HP-Virus schützen?

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Europäische Studie belegt hohen Vorhersagewert des HPV-Tests

Fachpresse, 01.04.2009

Keine humanen Papillomviren im Zervikalabstrich – Sehr geringes Risiko für Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen in den nächsten sechs Jahren.

(Tübingen, 1. April 2009) Der Test auf humane Papillomviren (HPV), die Verursacher von Gebärmutterhalskrebs, kann die Gebärmutterhalskrebsvorsorge sinnvoll ergänzen. Wenn bei einer Frau keine Infektion mit den Hochrisikotypen der Papillomviren nachgewiesen wird, ist ihr Risiko, innerhalb der folgenden 6 Jahre Krebsvorstufen am Gebärmutterhals zu entwickeln, sehr gering.
Dies belegen die Ergebnisse einer großen europäischen Studie, die im Oktober im hochrangigen British Medical Journal publiziert wurde (1). Unabhängig davon sollten Frauen regelmäßig die Krebsfrüherkennungsuntersuchung wahrnehmen.

Auf dem Feld der Früherkennungsuntersuchung für Gebärmutterhalskrebs bieten einige medizinische Innovationen die Möglichkeit, die bewährten, aktuell verwendeten Techniken sinnvoll zu ergänzen.
Der Pap-Abstrich erfährt seit den frühen 1970er Jahren breite Anwendung und ist eine bewährte Methode. Die Weiterentwicklung als Dünnschichtzytologie auch unter Einbeziehung der Computerassistenz (2) bietet neue Perspektiven in der Untersuchung der Zellen des Gebärmutterhalses. Die zytologische Untersuchung (Pap-Test und Dünnschichtzytologie) kann durch die Möglichkeiten des HPV-Tests sinnvoll ergänzt werden. Aus dem für die Dünnschichtzytologie aufbereiteten Abstrichmaterial kann im Anschluß ohne erneute Einbestellung der Frau und ohne erneute Abstrichentnahme ein HPV-Test durchgeführt werden.

Eine große europaweit durchgeführte Langzeitbeobachtungs-Studie (1) zum Nutzen eines HPV-Tests in der Früherkennung (Deutschland, Dänemark, Großbritannien, Frankreich und Spanien) schloss über 24.000 Frauen ein.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein negatives HPV-Testergebnis bei unauffälliger Zytologie (Pap-Abstrich) bedeutet, dass so gut wie kein Risiko (0,3%) besteht, innerhalb der folgenden 6 Jahre höhergradige Zellveränderungen (CIN3, Präkanzerosen) am Gebärmutterhals zu entwickeln. Bei negativem HPV-Testergebnis und auffälliger Zytologie ist dieses Risiko mit 2,7% ebenfalls gering. Dagegen steigt das Risiko höhergradige Zellveränderungen zu entwickeln bei positivem HPV-Testergebnis trotz unauffälliger Zytologie schon auf 10% und ist erwartungsgemäß mit 34% am höchsten bei gleichzeitig positiven Befunden (HPV-Test und Pap-Abstrich).

Das zytologische Screening (Pap-Test) hat eine relativ gute Aussagekraft, Krebsvorstufen zum Zeitpunkt der Untersuchung zu detektieren. Ein negativer Pap-Test hat aber keine Vorhersagekraft für die Entwicklung solcher Vorstufen über die kommenden 6 Jahre.

Dagegen ist der negative HPV-Test ein Garant für das Ausbleiben solcher Vorstufen über einen Zeitraum von 6 Jahren unabhängig vom zeitgleich erhobenen zytologischen Befund.

Die mittlerweile hohe Ergebnissicherheit (Evidenz) hinsichtlich der Vorhersagekraft des HPV-Tests spiegelt sich auch in der aktualisierten Neuauflage der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG e.V.) wider: Zur Früherkennung des Zervixkarzinoms wird für Frauen ab 30 die Kombination von Zytologie und HPV-Test empfohlen (3). Dies basiert auf der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage. Die Anwendung des Tests auch bei jüngeren Frauen würde aufgrund der hohen Infektionsrate mit HPV in dieser Altersgruppe zu einer hohen Entdeckungsrate von harmlosen, vorübergehenden Infektionen führen und ist somit nicht empfohlen. In den Leistungskatalog der gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung ist der HPV-Test bisher noch nicht aufgenommen. Er muss derzeit als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) selbst bezahlt werden. Lediglich als ergänzende Maßnahme zur Abklärung wiederholter auffälliger zytologischer Befunde und zur Therapiekontrolle ist er bereits Teil der GKV-Leistungen.
„Evidenzbasierte und unabhängige Aufklärung der Frauen und Ärzte über die Möglichkeiten der Vorbeugung und Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses ist die Voraussetzung, um individuell optimal vorzusorgen bzw. Vorsorge leisten zu können“, so Prof. Dr. Thomas Iftner, Virologe am Universitätsklinikum Tübingen.

Die Projektgruppe ZERVITA mit 23 Mitgliedsgesellschaften leistet mit wissen­schaftlich abgesicherten, verständlichen Informationen zum Thema Gebärmutterhalskrebs (Prävention, Früherkennung und Diagnostik) Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung und in medizinischen Fachkreisen. Ziel ist es, das Bewusstsein für Gebärmutterhalskrebs, dessen Ursachen sowie die Möglichkeiten der Vorbeugung und Früher­kennung zu fördern, damit mehr Frauen als bisher zur regelmäßigen Teilnahme an den Früherkennungs­untersuchungen motiviert werden.

Quellen

  • (1) Dillner J, Rebolj M, Birembaut P, Petry KU, Szarewski A, Munk C, de Sanjose S, Naucler P, Lloveras B, Kjaer S, Cuzick J, van Ballegooijen M, Clavel C, Iftner T (2008) Long term predictive values of cytology and human papillomavirus testing in cervical cancer screening: joint European cohort study. BMJ. 2008;337

  • (2) Davey E, d'Assuncao J, Irwig L, Macaskill P, Chan SF, Richards A, Farnsworth A. Accuracy of reading liquid based cytology slides using the ThinPrep Imager compared with conventional cytology: prospectiv study. BMJ 2007;335;31; originally published online 29 Jun 2007

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