Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs ist sinnvoll
Experten der Ständigen Impfkommission erneuern ihre Empfehlung
(17.08.2009)
Die Neubewertung der STIKO-Empfehlung von 2007 war notwendig, weil im November 2008 von verschiedenen deutschen Wissenschaftlern der Nutzen der Impfung in Zweifel gezogen worden war. In der Bevölkerung hatte dies teilweise zu großer Verunsicherung geführt, ob junge Mädchen nun geimpft werden sollten oder nicht.
Laut STIKO verhindern die derzeit verfügbaren Impfstoffe eine Infektion mit den beiden gefährlichsten HPV-Typen 16 und 18 und die daraus resultierenden Krebsvorstufen nahezu zu 100 Prozent. Voraussetzung dafür sei, dass die Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt, denn die Viren werden auf diesem Wege, hauptsächlich durch Geschlechtverkehr, übertragen. Daher richtet sich die Impfempfehlung vor allem an die 12- bis 17-jährigen Mädchen, die sexuell noch nicht aktiv waren. Auch Frauen, die bereits mit HPV infiziert sind, können sich impfen lassen. Allerdings sei hier die Wirksamkeit der Impfung deutlich geringer.
Die STIKO hält es für unverantwortlich, wenn Mädchen und junge Frauen, die bereits mit einer Impfserie begonnen haben oder beginnen möchten, diese jetzt aufgrund von Fehlinformationen abbrechen oder ganz auf die Impfung verzichten würden. Denn ein Nachholen der Impfung im späteren Lebensalter stelle für die meisten Frauen keine sinnvolle Alternative dar. Wenn der optimale Zeitpunkt für die Impfung, eben vor dem Beginn sexueller Aktivität, verpasst wurde, sinke der Nutzen der Impfung erheblich.
Die STIKO äußert sich auch zur Sicherheit der HPV-Impfung. Weltweit seien von den beiden zur Verfügung stehenden Impfstoffen bislang fast 50 Millionen Dosen verabreicht worden. Dabei sei kein erhöhtes Auftreten von Impfkomplikationen oder schweren unerwünschten Wirkungen beobachtet worden. Die HPV-Impfstoffe seien daher ebenso sicher wie andere seit langem verwendete Impfstoffe, wie etwa gegen Tetanus oder Diphtherie.
Ausführliche Informationen zum Thema Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und auch zur HPV-Impfung gibt es auf der Website www.zervita.de und speziell für Mädchen auf www.zervita-girl.de. Individuelle Anfragen zum Thema beantwortet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (KID) als ZERVITA-Projektpartner mit seiner kostenfreien Telefon-Hotline (0800-420 30 40) und seinem E-Mail-Service (krebsinformationsdienst@dkfz.de).
Zu ZERVITA:
Die Gründung des Projekts ZERVITA geht auf eine Initiative des Tübinger Virologen Professor Thomas Iftner zurück. Um der häufig einseitigen und widersprüchlichen Berichterstattung über Gesundheitsthemen für den Bereich Gebärmutterhalskrebs hoch qualifizierte, kompetente Informationen entgegenzusetzen, haben sich in der Projektgruppe ZERVITA Experten verschiedener Fachrichtungen und Vertreter der relevanten wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Berufsverbände und Krebsorganisationen zusammengeschlossen und dem Ziel verpflichtet, abgesicherte und einheitliche Informationen zu diesem Thema zu erarbeiten und zu verbreiten.
